In vielen Automotive-Werken werden Wartungsplanung, Ersatzteillager und Produktionssteuerung mit getrennten Logiken geführt. Instandhaltung plant technische Maßnahmen, Lager und Einkauf steuern Teileversorgung, die Produktion kämpft um Takt- und Abrufstabilität.
Daraus entsteht ein teurer Zielkonflikt: Wartungen werden verschoben, weil das Produktionsfenster fehlt. Eingriffe finden statt, obwohl das entscheidende Ersatzteil nicht verfügbar ist. Gleichzeitig liegen Teile auf Lager, die Kapital binden, aber keinen realen Beitrag zur Absicherung kritischer Engpassanlagen leisten.
Die wirtschaftlichen Folgen zeigen sich nicht nur im Lagerwert. Ungeplante Stillstände, Taktverluste, Schichtmehrbedarf, Expressbeschaffung, Sonderfahrten, gestörte Abrufe und steigende OEE-Verluste belasten Werk und Ergebnis. Management sieht Ausfälle und Bestände, aber nicht präzise genug, welche Kombination aus Wartung, Teil und Zeitfenster wirtschaftlich am wichtigsten ist.
Der Zielzustand ist eine integrierte Steuerungslogik, in der Wartungsbedarf, Teilekritikalität und Produktionsrealität gemeinsam bewertet werden. So wird sichtbar, welche Maßnahmen terminiert werden müssen, welche Teile echte Engpassabsicherung liefern und wo Verschiebungen unverhältnismäßige Stillstandsrisiken erzeugen.
Der Use Case eignet sich für Automotive-Werke, in denen ungeplante Stillstände, verschobene Wartungen, kritische Ersatzteile oder hohe Lagerbestände direkte Auswirkungen auf Verfügbarkeit, Kosten und Produktionsstabilität haben. Besonders relevant ist der Ansatz für Werke mit Engpassmaschinen, langen Wiederbeschaffungszeiten, komplexen Schichtmodellen und hohem Abstimmungsbedarf zwischen Instandhaltung, Einkauf und Produktion.