In vielen Fertigungsunternehmen werden Fehler erst bei der Endprüfung, am Schichtende oder durch Reklamationen erkannt. Zu diesem Zeitpunkt sind Material, Maschinenzeit und weitere Bearbeitungsschritte bereits investiert.
Frühere Warnsignale liegen häufig vor: veränderte Maschinenparameter, auffällige Prüfwerte, Materialeinflüsse oder wiederkehrende Fehlerbilder. Diese Informationen verteilen sich jedoch über MES-, BDE- und Qualitätssysteme, ERP-Daten sowie Schichtprotokolle.
Ohne gemeinsame Zuordnung bleiben Zusammenhänge unklar. Einzelne KI-Piloten liefern zwar Erkenntnisse, lassen sich aber nur schwer auf weitere Linien übertragen. Gleichzeitig fehlt eine abgestimmte Bewertung, welche Auffälligkeiten tatsächlich Kosten, Ausbringung oder Lieferfähigkeit gefährden.
Daten aus Fertigungs-, Qualitäts- und ERP-Systemen werden über gemeinsame Zeit-, Anlagen-, Auftrags- und Chargenbezüge verknüpft. Einheitliche Fehlercodes, Prüfmerkmale und Kennzahlendefinitionen schaffen eine vergleichbare Grundlage für unterschiedliche Fachbereiche.
Darauf aufbauend werden Qualitätsverläufe, Ausschuss, Nacharbeit und First Pass Yield ausgewertet. Anomalieerkennung macht ungewöhnliche Muster sichtbar. Bei geeigneter Datenbasis können Prognosemodelle zusätzlich Hinweise auf erhöhte Qualitätsrisiken liefern.
Textanalyse unterstützt die Strukturierung von Schichtkommentaren und Fehlerbeschreibungen. Die Hinweise werden fachlich geprüft und mit Mess- und Prüfdaten abgeglichen: Eine ungewöhnliche Entwicklung ist zunächst ein Untersuchungssignal, kein bestätigter Qualitätsfehler.
Dashboards und abgestimmte Benachrichtigungen unterstützen die Bearbeitung. Neue Linien und Produkte können auf Basis wiederverwendbarer Datenmodelle und jeweils geprüfter Analyseverfahren ergänzt werden.
