In vielen Automobilwerken ist Instandhaltungswissen vorhanden, aber nicht dort verfügbar, wo es im Störungsfall gebraucht wird. Informationen zu ähnlichen Fehlerbildern, letzten Eingriffen, Standardmaßnahmen, Freigaben, Sicherheitsvorgaben oder Ersatzteilen liegen in Schichtbüchern, Ticketsystemen, Papierunterlagen, lokalen Dateien oder im Erfahrungswissen einzelner Spezialisten.
Dadurch entstehen wiederkehrende Reibungsverluste. Techniker suchen Informationen, statt Probleme zu lösen. Schichten arbeiten mit unterschiedlichem Wissensstand. Schichtübergaben und Eskalationen erzeugen Medienbrüche. Wiederholstörungen werden zu spät als Muster erkannt, und die Qualität der Maßnahmen hängt zu stark davon ab, ob gerade die richtigen erfahrenen Personen verfügbar sind.
Die wirtschaftliche Wirkung ist deutlich: längere Reaktionszeiten, höhere MTTR, geringere Erstlösungsquote, mehr Folgeeinsätze und steigendes Risiko an Engpassanlagen. Fachkräftemangel verschärft zusätzlich die Gefahr, dass kritisches Erfahrungswissen personenabhängig bleibt.
Der Zielzustand ist eine mobile Arbeitsoberfläche, die Techniker im gesamten Einsatzprozess unterstützt: von der Meldung über Diagnose und Maßnahme bis zur Freigabe, Dokumentation und Wirksamkeitskontrolle. So wird die App nicht zu einer weiteren Erfassungsmaske, sondern zu einer operativen Wissens- und Steuerungsschicht für die Instandhaltung.
Der Use Case richtet sich an Automobilwerke und produzierende Unternehmen, in denen Störungen schnell, sicher und schichtübergreifend bearbeitet werden müssen. Besonders relevant ist der Ansatz für Werke mit kritischen Anlagen, Engpassmaschinen, mehreren Schichten, verteilter Dokumentation und hohem Bedarf an standardisierter Problemlösung direkt am Shopfloor.