Betrugsrelevante Schadenfälle fallen im Versicherungsalltag selten durch ein einzelnes klares Signal auf. Entscheidend sind häufig Kombinationen: ungewöhnliche Schadenhöhen, wiederkehrende Muster bei Beteiligten, auffällige zeitliche Häufungen, widersprüchliche Angaben, untypische Dokumentkonstellationen oder Netzwerke zwischen Anspruchstellern, Dienstleistern und Dritten.
Genau diese Muster werden in vielen Organisationen noch zu spät oder zu unstrukturiert sichtbar. Hinweise liegen verteilt in Schadenakten, Freitexten, Dienstleisterdaten und Bearbeitungshistorien. Regelbasierte Verdachtslogiken erzeugen häufig viele Treffer mit geringer Relevanz und binden Ermittlungsaufwand, ohne dass wirtschaftlich relevante Fälle klar genug priorisiert werden.
Dadurch entsteht ein kostspieliger Zielkonflikt. Entweder werden zu viele Fälle manuell geprüft und knappe Fraud-Ressourcen unnötig gebunden, oder wirklich relevante Verdachtsfälle gehen im Massengeschäft unter. Management, Schadenbearbeitung und Sonderermittlung arbeiten dann nicht auf einem gemeinsamen, priorisierten Risikobild, sondern mit unterschiedlichen Kennzahlen und Einzelfallsichten.
Der Use Case eignet sich für Versicherer, die Fraud-Hinweise nicht nur regelbasiert erfassen, sondern als steuerbares Risikobild nutzen möchten. Besonders relevant ist er, wenn Schadenstammdaten, Dokumente, Zahlungen, Historien, Dienstleisterbeziehungen, Kommunikationsverläufe und externe Risikosignale in getrennten Sichten vorliegen. Schadenbearbeitung, Sonderermittlung und Management erhalten eine gemeinsame Grundlage, um auffällige Fälle früher zu erkennen, wirtschaftlich zu priorisieren und Ressourcen gezielter einzusetzen.
