Die KKH Kaufmännische Krankenkasse stand 2022 vor einer kritischen technologischen Herausforderung. Das bestehende Kernsystem zeigte deutliche Anzeichen technischer Überlastung. Wiederkehrende Systemabstürze, steigende Wartungsaufwände und eingeschränkte Modernisierbarkeit gefährdeten die langfristige Zukunftsfähigkeit der Plattform.
Besonders kritisch war die Situation, da zentrale Abrechnungsprozesse direkt von der Stabilität des Systems abhingen. Gesetzliche Anforderungen mussten fristgerecht umgesetzt werden, während gleichzeitig der laufende Betrieb jederzeit sichergestellt werden musste. Parallel fiel die strategische Entscheidung, die Kernsystemlandschaft künftig auf die Branchensoftware BITMARCK_21c|ng umzustellen.
Ziel des Projekts war es, kritische Abrechnungsprozesse kurzfristig zu stabilisieren und gleichzeitig die Grundlage für eine kontrollierte Migration auf BITMARCK_21c|ng zu schaffen.
Konkret sollte:
• die operative Stabilität geschäftskritischer Prozesse sichergestellt werden,
• gesetzliche Anforderungen fristgerecht umgesetzt werden,
• fachliches Wissen dokumentiert und langfristig gesichert werden,
• Quell- und Zielsysteme strukturiert analysiert werden,
• ETL-Strecken für zentrale Datenbestände entwickelt werden,
• zentrale Versicherten-, Leistungs- und Abrechnungsdaten verlustfrei migriert werden,
• Reporting- und BI-Funktionalitäten verbessert werden,
• internes Know-how nachhaltig aufgebaut werden.
Im Fokus stand die Verbindung von kurzfristiger Stabilisierung und langfristiger Modernisierung der Systemlandschaft.
Wir begleiteten die KKH in zwei eng verzahnten Projektphasen. Zunächst stand die kurzfristige Stabilisierung gefährdeter Abrechnungsprozesse im Mittelpunkt. Kritische Prozessketten wurden analysiert, technische Schwachstellen adressiert und gesetzliche Änderungen fristgerecht umgesetzt, um den laufenden Betrieb zuverlässig abzusichern.
Im zweiten Schritt unterstützten wir die Vorbereitung der Migration auf BITMARCK_21c|ng. Dazu wurden Quell- und Zielsysteme analysiert, relevante Daten- und Prozessflüsse modelliert sowie fachliche Transformationsanforderungen beschrieben.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Spezifikation und Entwicklung von ETL-Strecken für zentrale Versicherten-, Leistungs- und Abrechnungsdaten. Parallel wurden Wissenstransfer, Dokumentation und Enablement-Maßnahmen umgesetzt, um internes Fachwissen dauerhaft zu sichern und die Organisation auf die zukünftige Systemlandschaft vorzubereiten.
Mit der Stabilisierung des Bestandssystems und der strukturierten Vorbereitung der Migration wurde die Grundlage für die weitere Modernisierung der KKH-Systemlandschaft geschaffen. Die Einführung von BITMARCK_21c|ng soll langfristig mehr Stabilität, bessere Modernisierbarkeit und eine effizientere Umsetzung regulatorischer Anforderungen ermöglichen. Gleichzeitig schafft die dokumentierte Wissensbasis die Voraussetzungen für einen nachhaltigen Betrieb und zukünftige Weiterentwicklungen.